Meine Version
Ich habe nicht immer Recht, aber verblüffend wenig Ahnung.
Donnerstag, 17. Mai 2012
I welcome myself to the club
Logbucheintrag: Heute erstes Smartphone meines Lebens akquiriert. Die vergangenen 7 Stunden fast ununterbrochen damit verbracht. Habe Suchtpotenzial erkannt und gleichzeitig festgestellt, dass bloggen immernoch präziser funktioniert mit einer traditionellen Tastatur aus der alten Welt. Begrüße jedoch die neuen Navigationsmöglichkeiten. Prognostiziere: es wird während den nächsten Wochen hohe Wellen schlagen. Freue mich auf neue Entdeckungen und Eroberungen. Und nun: Schlaf Dich gut aus, kleiner Androitoboter. Harr!
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Dienstag, 15. Mai 2012
Absolutely great, Britain!
Wie vor drei Einträgen schon angekündigt, muss ich mir hier mal ein wenig Anglophilie vom Herzen schreiben. Meine zwei Jahre auf dieser Insel sind zwar lange her, aber ich frische die gute Erinnerung immer wieder auf. Und jedesmal muss ich mir von Leuten hierzulande anhören: "Wäs, da kann man Urlaub machen?" Oder "Regnet das da nich immer?" Oder der Klassiker: "Wovon ernährstn Dich da, hm?"
Ich zäume das Pferd am besten mal von vorn auf.
Warum heißt ein so kleiner Staat wie Großbritannien eigentlich "Great"?
Weil man mit der Doppeldeutigkeit von great(groß und großartig) tolle Sachen anstellen kann! Zum Beispiel wird aus der schnöden Herkunftsangabe auf einheimischen Lebensmitteln ein patriotisches Verkaufsargument: Man klebe eine GB-Flagge auf die Verpackung und schreibe "Great British" darauf. Nimm dies, fremder Fraß!
Perfekt bringt es auch die Szene in "Love Actually" ("Tatsächlich Liebe") auf den Punkt, in welcher Hugh Grant als britischer Premierminister sich in einer Rede an den arroganten US-Präsidenten wendet und sagt: "We may be a small country, but we're a great one, too."
Außerdem heißt es "Great", weil man auch als kleines Land auf Qualitäten stolz sein kann. Also auf das, was Land und Leute vom Rest Europas und der Welt unterscheidet. Zum Beispiel auf die Queen, englischen Humor, dreieckige Sandwiches und Real Ales sowie die obsessive Teetrinkerei. Ebenso auf die sprichwörtliche feine Englische Art mit all ihrem Pomp und ihrer Höflichkeit. Und dass das nicht "Great" ist soll erstmal einer beweisen. Bei Groß-Gerau zum Beispiel ist das ganz anders... got it?
Wir Deutschen haben unsere Trilliarden angemeldeten Patente und die Exportzahlen. Andere Länder haben mehr Quadratkilometer als das Weltall und wieder andere haben die meisten Weinsorten. Alles Pimmelfechterei. Quantitative Werte kann man zwar messen, aber nicht leben. Die Summe aller Faktoren, welche das britische "Great" ausmachen, ist aber keine Messbare Größe, keine Zahl und keine Formel. Diese Summe ist ein Lebensgefühl. Und dieses ist nicht groß, sondern großartig. Great eben.
Und natürlich heißt es auch "Great", weil es tatsächlich mal riesig war, als das Empire sich noch in Form des Commonwealth über den gesamten Erdball erstreckte und im wahrsten Wortsinn eine Weltmacht war. Doch vor allem denke ich, die Briten haben dieses große Reich absichtlich den Bach runter gehen lassen, weil sie irgendwann gemerkt haben, dass man nicht in verschiedenen Zeitzonen gleichzeitig den Five O'Clock Tea trinken kann. Traditionen sind eben das A und O und das britische Lebengefühl kann man nicht exportieren. Ebensowenig wie irgendein anderes. Klar kann ein Bayer zwar auch in Kentucky Krachlederne tragen und a Maß trinken. So wie der Middle-Class-Engländer sich in jedem Urlaubsland als solcher benehmen kann. Aber es ist nicht dasselbe wie daheim.
Überhaupt ist die Erdkugel viel zu groß um komplett britisch zu sein. Der britische Lebensstil erfordert eine gewisse räumliche Gemütlichkeit. Britishness ist dort great, wo es klein und urig ist.
Deshalb haben sie sich wieder auf Ihre eigene kleine Insel(-gruppe) konzentriert und sich gesagt "Tradition before expansion - let's drink to that". Da bin ich sicher. Great decision.
Ich zäume das Pferd am besten mal von vorn auf.
Warum heißt ein so kleiner Staat wie Großbritannien eigentlich "Great"?
Weil man mit der Doppeldeutigkeit von great(groß und großartig) tolle Sachen anstellen kann! Zum Beispiel wird aus der schnöden Herkunftsangabe auf einheimischen Lebensmitteln ein patriotisches Verkaufsargument: Man klebe eine GB-Flagge auf die Verpackung und schreibe "Great British" darauf. Nimm dies, fremder Fraß!
Perfekt bringt es auch die Szene in "Love Actually" ("Tatsächlich Liebe") auf den Punkt, in welcher Hugh Grant als britischer Premierminister sich in einer Rede an den arroganten US-Präsidenten wendet und sagt: "We may be a small country, but we're a great one, too."
Außerdem heißt es "Great", weil man auch als kleines Land auf Qualitäten stolz sein kann. Also auf das, was Land und Leute vom Rest Europas und der Welt unterscheidet. Zum Beispiel auf die Queen, englischen Humor, dreieckige Sandwiches und Real Ales sowie die obsessive Teetrinkerei. Ebenso auf die sprichwörtliche feine Englische Art mit all ihrem Pomp und ihrer Höflichkeit. Und dass das nicht "Great" ist soll erstmal einer beweisen. Bei Groß-Gerau zum Beispiel ist das ganz anders... got it?
Wir Deutschen haben unsere Trilliarden angemeldeten Patente und die Exportzahlen. Andere Länder haben mehr Quadratkilometer als das Weltall und wieder andere haben die meisten Weinsorten. Alles Pimmelfechterei. Quantitative Werte kann man zwar messen, aber nicht leben. Die Summe aller Faktoren, welche das britische "Great" ausmachen, ist aber keine Messbare Größe, keine Zahl und keine Formel. Diese Summe ist ein Lebensgefühl. Und dieses ist nicht groß, sondern großartig. Great eben.
Und natürlich heißt es auch "Great", weil es tatsächlich mal riesig war, als das Empire sich noch in Form des Commonwealth über den gesamten Erdball erstreckte und im wahrsten Wortsinn eine Weltmacht war. Doch vor allem denke ich, die Briten haben dieses große Reich absichtlich den Bach runter gehen lassen, weil sie irgendwann gemerkt haben, dass man nicht in verschiedenen Zeitzonen gleichzeitig den Five O'Clock Tea trinken kann. Traditionen sind eben das A und O und das britische Lebengefühl kann man nicht exportieren. Ebensowenig wie irgendein anderes. Klar kann ein Bayer zwar auch in Kentucky Krachlederne tragen und a Maß trinken. So wie der Middle-Class-Engländer sich in jedem Urlaubsland als solcher benehmen kann. Aber es ist nicht dasselbe wie daheim.
Überhaupt ist die Erdkugel viel zu groß um komplett britisch zu sein. Der britische Lebensstil erfordert eine gewisse räumliche Gemütlichkeit. Britishness ist dort great, wo es klein und urig ist.
Deshalb haben sie sich wieder auf Ihre eigene kleine Insel(-gruppe) konzentriert und sich gesagt "Tradition before expansion - let's drink to that". Da bin ich sicher. Great decision.
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Freitag, 11. Mai 2012
Yippieh-Ya-Weekend
Wenn der Freitag sich dem Ende neigt, wenn die Weiten des Wochenendes sich vor den Augen auftun, wenn Müßiggang und Geselligkeit locken, dann ist das mehr als ein guter Grund zu sagen: Yipieh-Ya-Yipieh-Ya-Yehaaaah!
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Mittwoch, 9. Mai 2012
So mieft der Schlüpper nicht nach Fuchsbau.
Ich bin ja ein großer Fan von Dingen, die so sehr bescheuert und trashig sind, dass es schon wieder witzig ist. Dazu gehört zum Beispiel die am Nervenkostüm zerrende Verschrobenheit von Helge Schneiders Filmen und Liedern. Dazu gehört auch der höllisch beißende Zynismus von South Park.
Ich gehe mal davon aus dass die Idee, eine original Spee-Uhr als begehrenswerten Gewinn anzupreisen von jemandem stammt, der genau diesen Humor teilt. Schließlich kann es ja nicht ernst gemeint sein. Eine andere Möglichkeit wäre: Spee, respektive Henkel, halten ihre Zielgruppe für noch viel beschränkter als Schlecker die ihre und bringen das lediglich mit einer subtileren Botschaft rüber.
Wie dem auch sei. An diesem neuen, extra lange duftenden Waschmittel, zu dessen Ehren der superbe Zeitmesser verlost wird, ist mir eh einiges schleierhaft. Zum Beispiel das fragwürdige Produktversprechen des schlauen Fuchses: "Nasse Wäsche jetzt ganz sorgenfrei bis zu 12 Stunden in der Maschine liegen lassen: das ist deine neue Freiheit!" Hell yeah! Waschmiddel changed my life!
Oh Moment, jetzt hab ichs! ...Trommelwirbel... Die haben das Produkt entwickelt für ...Tusch!... die kiffende Zielgruppe! Die Wäsche in der Maschine, die Pizza im Ofen, der Schlüssel im Türschloss - wem kommen da nicht blöde Erinnerungen hoch? Nicht? Na dann wahlweise Glückwunsch oder Beileid. Wer jedenfalls nicht so viel raucht, dass er überhaupt noch wäscht, dessen Wäsche hat tatsächlich eine großartige Zukunft vor sich. Sie kann vergessen werden, ohne müffelig zu werden. Dabei wird sie aber nie komplett vergessen, denn das hässliche Ding am linken Handgelenk stört früher oder später die entspannten Vibes des Waschmaschinenbesitzers so dramatisch, dass er sich an seine nassen Leibchen erinnert. Sauber!
Tipp: Wer keines der 100 Exemplare gewinnt, der binde sich einfach einen Fuchsschwanz an die Flosse. Geht vermutlich auch.
Ich gehe mal davon aus dass die Idee, eine original Spee-Uhr als begehrenswerten Gewinn anzupreisen von jemandem stammt, der genau diesen Humor teilt. Schließlich kann es ja nicht ernst gemeint sein. Eine andere Möglichkeit wäre: Spee, respektive Henkel, halten ihre Zielgruppe für noch viel beschränkter als Schlecker die ihre und bringen das lediglich mit einer subtileren Botschaft rüber.
Wie dem auch sei. An diesem neuen, extra lange duftenden Waschmittel, zu dessen Ehren der superbe Zeitmesser verlost wird, ist mir eh einiges schleierhaft. Zum Beispiel das fragwürdige Produktversprechen des schlauen Fuchses: "Nasse Wäsche jetzt ganz sorgenfrei bis zu 12 Stunden in der Maschine liegen lassen: das ist deine neue Freiheit!" Hell yeah! Waschmiddel changed my life!
Oh Moment, jetzt hab ichs! ...Trommelwirbel... Die haben das Produkt entwickelt für ...Tusch!... die kiffende Zielgruppe! Die Wäsche in der Maschine, die Pizza im Ofen, der Schlüssel im Türschloss - wem kommen da nicht blöde Erinnerungen hoch? Nicht? Na dann wahlweise Glückwunsch oder Beileid. Wer jedenfalls nicht so viel raucht, dass er überhaupt noch wäscht, dessen Wäsche hat tatsächlich eine großartige Zukunft vor sich. Sie kann vergessen werden, ohne müffelig zu werden. Dabei wird sie aber nie komplett vergessen, denn das hässliche Ding am linken Handgelenk stört früher oder später die entspannten Vibes des Waschmaschinenbesitzers so dramatisch, dass er sich an seine nassen Leibchen erinnert. Sauber!
Tipp: Wer keines der 100 Exemplare gewinnt, der binde sich einfach einen Fuchsschwanz an die Flosse. Geht vermutlich auch.
Dienstag, 8. Mai 2012
Never mind the beans
Diese Angelegenheit hier mutiert gerade zu einem Reise-Blog, auch wenn das weniger beabsichtigt ist als vielmehr dadurch gesteuert, dass mich das Reisen nunmal derzeit am meisten von allen Themen beschäftigt. Und sowie ich gerade die letzten fettigen Krümel der mitgebrachten Kettle Chips (ich weiß, gibts auch bei EDEKA) von meinen Fingern lecke (und just nun die Lecksuppe auf die Tastatur verteile) so muss ich einfach die nächsten paar Einträge dieser Insel widmen, auf der ich zwei Jahre gelebt habe, auf die ich seit Jahren regelmäßig in Urlaub fahre und mich dabei darin übe, so britisch wie möglich zu sein. Genau. Diese Insel.
Was nicht heißt, dass ich betrunken und oberkörperfrei durch die nächtliche Fußgängerzone laufe und gröhle. (Das war ein einmaliger Ausrutscher in längst vergangenen Studentenzeiten und das mit T-Shirt an!).
Aber anstelle von fiesen Besoffos, ungenießbarem Essen und Kackwetter (alle kontinentalen Vorurteile hiermit abgefeiert) gab mir Großbritannien von Anfang an das Gegenteil: sehr freundliche, respektvolle Menschen, durchwachsenes Wetter (wie zum Beispiel in Hamburg) und hammer-leckeres Essen. Und darüber hinaus faszinierende Landschaften und überall urige Städte und Dörfer. Das Beste zum Schluss: An jeder Ecke feinste Biere. An die typischen Ales, Bitters und Stouts muss man sich zugegebenermaßen kurz gewöhnen, aber wer sich ein paar Male darauf einlässt, bei dem durchlaufen die Geschmacksknospen eine evolutionäre Entwicklung und erreichen eine Stufe, die zu erklimmen sich wirklich lohnt. Und die allein schon die Reise nach Großbritannien wert ist. So wie einem als Kind Kaffee und Bier nicht schmeckt, aber dann später irgendwann doch - zu sehr sogar. *hier sauf-emoticon vorstellen*
In den kommenden Tagen werde ich hier einfach ein paar Großbritannien-Dinger vom Stapel lassen. Zum Beispiel darüber, wie großartig die englische Bevölkerung ist, wenn man ein und demselben Menschen mehr als ein Mal im Pub begegnet. Oder auch darüber, was passiert, wenn man einen Engländer anrempelt. Oder wie bescheuert die Bürokratie ist, wegen der ich schonmal vor einem englischen Gericht erscheinen musste. Und auch darüber, was ich alles noch nicht gesehen habe - zum Beispiel Irland, und das obwohl ich der passionierteste Guinnesstrinker auf Arthurs weiter Erde bin.
Na ich muss mich jetzt erstmal von der Odyssee erholen, die der verpasste Flug nach sich zog. Allein diese Odyssee von Luton nach Gatwick ist schon einen Eintrag wert. Bis dahin: peace, love and baked beans.
Was nicht heißt, dass ich betrunken und oberkörperfrei durch die nächtliche Fußgängerzone laufe und gröhle. (Das war ein einmaliger Ausrutscher in längst vergangenen Studentenzeiten und das mit T-Shirt an!).
Aber anstelle von fiesen Besoffos, ungenießbarem Essen und Kackwetter (alle kontinentalen Vorurteile hiermit abgefeiert) gab mir Großbritannien von Anfang an das Gegenteil: sehr freundliche, respektvolle Menschen, durchwachsenes Wetter (wie zum Beispiel in Hamburg) und hammer-leckeres Essen. Und darüber hinaus faszinierende Landschaften und überall urige Städte und Dörfer. Das Beste zum Schluss: An jeder Ecke feinste Biere. An die typischen Ales, Bitters und Stouts muss man sich zugegebenermaßen kurz gewöhnen, aber wer sich ein paar Male darauf einlässt, bei dem durchlaufen die Geschmacksknospen eine evolutionäre Entwicklung und erreichen eine Stufe, die zu erklimmen sich wirklich lohnt. Und die allein schon die Reise nach Großbritannien wert ist. So wie einem als Kind Kaffee und Bier nicht schmeckt, aber dann später irgendwann doch - zu sehr sogar. *hier sauf-emoticon vorstellen*
In den kommenden Tagen werde ich hier einfach ein paar Großbritannien-Dinger vom Stapel lassen. Zum Beispiel darüber, wie großartig die englische Bevölkerung ist, wenn man ein und demselben Menschen mehr als ein Mal im Pub begegnet. Oder auch darüber, was passiert, wenn man einen Engländer anrempelt. Oder wie bescheuert die Bürokratie ist, wegen der ich schonmal vor einem englischen Gericht erscheinen musste. Und auch darüber, was ich alles noch nicht gesehen habe - zum Beispiel Irland, und das obwohl ich der passionierteste Guinnesstrinker auf Arthurs weiter Erde bin.
Na ich muss mich jetzt erstmal von der Odyssee erholen, die der verpasste Flug nach sich zog. Allein diese Odyssee von Luton nach Gatwick ist schon einen Eintrag wert. Bis dahin: peace, love and baked beans.
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Dienstag, 1. Mai 2012
Relax, don't do it.
Vor Ewigkeiten habe ich mal im Fernsehen eine halbe Stunde vom "Philosophischen Quartett" aufgeschnappt. Ist wie das literarische, nur ohne MC Marcel, aber mit ähnlicher Crew in den Sesseln. Der Weiterzappimpuls wurde unterdrückt, weil die Herren über etwas geredet haben, was mich selbst ständig beschäftigt: Die Balance zwischen Sachen machen und entspannen. Arbeitsleben, Freizeitgestaltung, Stress, Hobbies, Langeweile. Letzteres ist mir völlig unbekannt. Da liegt das Problem. Es ist ja eigentlich gut, aber manchmal wäre es auch genau das, was ich bräuchte. Kein Blog, der gefüttert werden will, keine Website, die auf das facelifting wartet, keine angefangenen Schreibprojekte in der Schulblade, die mit den Füßen scharren, kein Instrument, das geübt werden will, kein Zweitinstrument, das eh schon schmollend Staub angesetzt hat. Und das war nur der freiwillige Teil der To-Do-Liste. Da hat sich noch keine Fotosammlung von selbst sortiert und auch Toiletten putzen sich selten selbständig. Und eine falschherum sitzende Kühlschranktür, unjustierte Schranktüren und ein jalousieloses Gästezimmer - die letzten Arbeitsreste vom Umzug im Oktober - warten auch noch auf den großen Tag.
Huiui, ich habs schon echt schwer. So schwer, dass es schon fast einen Bericht in RTL exklusiv oder Akte 2012 wert ist. Oder gleich eine eigene Sendung. Mitten zwischen armen Messis und geistig armen Geissens.
Apropos Trash-TV: Die alten Herren vom Philosophischen Quartett (noch kein Trash) hatten einen interessanten Lösungsansatz: Gelegentlich absichtlich und gezielt Zeit verschwenden (jetzt sind wir da). Habe das gelegentlich mal halb umgesetzt. Zum Beispiel indem ich mit Frauchen Topmodels oder Bauern geguckt habe. Naja, immerhin Sofazeit zu zweit. Liefen allerdings Messis, Gerichtsvollzieher oder vertauschte Frauen, ginge dann aber künstliche Zeitverschwendung in psychische Folter über.
Eine echte Lösung gibt es eh nicht. Man könnte sich nur passive Hobbies zulegen. Bücher lesen, Filme gucken. Oder man versetzt sich in einen Zustand, in dem alles vollkommen egal ist. Nur hält der auch nicht ewig. Hoffentlich.
Und ich will ja auch keine Langeweile. Meistens geht es deshalb so weiter wie immer. Aber manchmal funktioniert mein eigener Lösungsansatz: auf die To-Do-Liste fäkalieren und einfach tun oder nicht tun, was ich will. Manchmal treibt das auch seltsame Blüten: Heute habe ich sogar ein Grillevent abgesagt, weil ich keine Verpflichtung haben wollte. Stattdessen wollte ich stundenlang auf dem Balkon in der Sonne chillen und nur von einem Moment bis zum Nächsten denken. Heraus kam bis jetzt ein wenig Schweiß und dieser Blogeintrag. Und jede Menge Entspannung. Try this at home.
Huiui, ich habs schon echt schwer. So schwer, dass es schon fast einen Bericht in RTL exklusiv oder Akte 2012 wert ist. Oder gleich eine eigene Sendung. Mitten zwischen armen Messis und geistig armen Geissens.
Apropos Trash-TV: Die alten Herren vom Philosophischen Quartett (noch kein Trash) hatten einen interessanten Lösungsansatz: Gelegentlich absichtlich und gezielt Zeit verschwenden (jetzt sind wir da). Habe das gelegentlich mal halb umgesetzt. Zum Beispiel indem ich mit Frauchen Topmodels oder Bauern geguckt habe. Naja, immerhin Sofazeit zu zweit. Liefen allerdings Messis, Gerichtsvollzieher oder vertauschte Frauen, ginge dann aber künstliche Zeitverschwendung in psychische Folter über.
Eine echte Lösung gibt es eh nicht. Man könnte sich nur passive Hobbies zulegen. Bücher lesen, Filme gucken. Oder man versetzt sich in einen Zustand, in dem alles vollkommen egal ist. Nur hält der auch nicht ewig. Hoffentlich.
Und ich will ja auch keine Langeweile. Meistens geht es deshalb so weiter wie immer. Aber manchmal funktioniert mein eigener Lösungsansatz: auf die To-Do-Liste fäkalieren und einfach tun oder nicht tun, was ich will. Manchmal treibt das auch seltsame Blüten: Heute habe ich sogar ein Grillevent abgesagt, weil ich keine Verpflichtung haben wollte. Stattdessen wollte ich stundenlang auf dem Balkon in der Sonne chillen und nur von einem Moment bis zum Nächsten denken. Heraus kam bis jetzt ein wenig Schweiß und dieser Blogeintrag. Und jede Menge Entspannung. Try this at home.
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Freitag, 6. April 2012
Road Trippin Part V
Weimar
Das Goethemuseum ist bei Weitem nicht so aufwendig gemacht wie das Bach-Archiv in Leipzig, dafür etwas teurer. Es ist aber gut so wie es ist, denn ist immerhin das ehemalige Wohnhaus des Dichterfürsten und wirklich sehenswert. Wenn man drauf steht und eine nostalgische Ader hat. Aber es ist schon irgendwie beeindruckend, das noch original eingerichtete Arbeitszimmer des Meisters zu betrachten, wo all seine großen Werke buchstäblich aus der Feder geflossen sind. Alte Häuser, Möbel, Instrumente oder Dokumente haben einfach eine gewisse Aura, die etwas von dem Gefühl abgibt, was sie erlebt haben.
Ein schönes großes und doch gemütliches Haus hatte der Herr auf jeden Fall. Ich will jetzt auch ein Arbeitszimmer, ein Musikzimmer, eine kleine Stube, eine große Stube, ein Esszimmer, ein Sammlungszimmer, ein Gesellschaftszimmer, ein Treppenhaus und wenns sein muss auch Latrinen einmal übern Hof.
Genug der Bildungsreiserei. Im Schillermuseum waren wir dann nicht mehr. Eine einfache, deftige Thüringer im Brötchen ist auch nicht zu verachten. Und ein mildes, frisches Weimarer Pils auch nicht. Kann man dort alles haben. Und wenn man hinfährt, was man echt mal machen sollte, anstatt zum tausendsten Mal das Wochenende im Heidepark oder beim Auswärtsspiel zu verbringen, dann ist eine Herberge besonders zu empfehlen: das Labyrinth Hostel. Mitten in der Stadt, sehr freundlich und familiär, urgemütlicher Koch-, Ess- und Aufenthaltsraum, sechs Stunden WLAN Zugang geschenkt (absolut nicht üblich), sauber, faire Preise. Die „Leiden des jungen Werther“ wurde hier definitiv nicht geschrieben.
Ab jetzt auf der To-Do-Liste fürs nächste Leben: In Weimar studieren.
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Donnerstag, 5. April 2012
Road Trippin Part IV
Merseburg
Für die Augen hatte die Schlossanlage dann aber einiges zu bieten. Und auch der ganze alte Ortsteil sah dann endlich so aus, wie ich mir Merseburg eigentlich vorgestellt hatte: Kopfsteinpflaster-Gässchen, Fachwerk und uriges Flair.
Jedenfalls ist das Merseburger Schloss eine imposante Anlage, aus dem 11. Jahrhundert, in der über die Zeit einiges an Königen, Fürsten, Bischöfen und anderen A-Promis des alten Mitteleuropa ihren vorübergehenden Regierungssitz hatten. Jeder hat an der Bude was nach seiner Facon anbauen lassen und so war diese Merseburger Regentenpfalz laut Inschrift lange Zeit die größte und „leistungsstärkste“ weit und breit. Ob man das früher auch schon so ausgedrückt hätte, oder ob das modernes Beamtendeutsch ist, sei mal dahingestellt. Heutzutage sitzt da die Kreisverwaltung drin.
Definitiv sollte man dort mal ein paar Schritte tun, wenn man eh gerade in der Nähe ist.
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Road Trippin Part III
Leipzig
Wäre Leipzig nicht sowieso im Ganzen eine enorm schöne Stadt, dann hätte sich der Besuch dort alleine schon wegen meiner Magnum-Bildungslücke gelohnt. Ich habe nicht gewusst, dass Johann Sebastian Bach mit Leipzig verbunden ist, wie Goethe und Schiller mit Weimar oder Mozart mit Wien. Das mit Goethe und Schiller weiß ich auch erst seit wir in Weimar angekommen sind, aber genug der Beichte. Leipzig war also im 18. Jahrhundert eine der wichtigsten Kultur- und Handelsmetropolen Europas. Das sieht man bis heute: so viele pracht- und vor allem prunkvolle Gebäude mit jeder Menge Gold und Gedöhns hat wirklich nicht jede Stadt. Die Innenstadt ist also wirklich einige Fotos wert, das Bach-Archiv direkt neben der Thomaskirche ist seine sechs Euro Schweigegeld (es ist immer so ruhig in Ausstellungen!) absolut wert. Nicht nur altes Papier hinter Glas (das auch) sondern auch spaßige interaktive Musik-Installationen. Apropos Musik: Kirchenchoräle gehören nun wirklich zum hintersten Winkel meines Geschmacksuniversums (schlimmer ist nur Schlager, Volkmusik und Plastik-House) aber wo ich den Thomanerchor schonmal bei der Probe erwischt habe kann ich auch geich mal feststellen, dass die Akustik und Stimmgewalt, die sich im Kirchenschiff entfaltet und dazu diese unglaubliche Perfektion mit der die singen, schon einen echten Gänsehautfaktor hat. Muss an der jahrhundertelangen Züchtigung liegen. Am Vorabend dieses Kultur-Overkills aber war die andere Seite von Leipzig angesagt:die Südstadt. Einmal die Karl-Liebknecht-Straße runterlaufen – und zwar unbedingt abends – muss sein. Eine einzige Gastromeile, wo richtig was los ist (sogar an einem Dienstag Abend) und wo sich ein Blick in die etwas versteckteren Gässchen und Hofeingänge lohnt.
Achja, eines lernt man dann auch spätestens am zweiten Tag: Du sollst nicht S-Bahn fahren. Denn in Leipzig kann man zumindest den inneren Bereich komplett per pedes erledigen. Und das Beste zum Schluss: Essen und Bier unbedingt im Bayrischen Bahnhof genießen. Der heißt so, weil es ehemaliger Bahnhof direkt am Bayrischen Platz ist. Dort gibt es das Leipziger Gose Bräu, das ebenso großartig ist wie die deftige Brauhausküche. Prost.
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Dienstag, 3. April 2012
Road Trippin Part II
Dresden
Der historische Teil ist ja sehr schön, aber noch schöner wäre es, wenn man einfach überall reinlaufen könnte und nicht für zehn Euro pro Nase auf eine Führung warten, die in zwei Stunden beginnt und eineinhalb dauert. Nennt mich Kulturbanause, aber letztenendes sind es alles prunkvolle alte Schuppen, die bestimmt auch eine total bewegende Geschichte haben, aber ich muss nicht meinen ganzen Tag für solches Gedöns verplanen, denn dann habe ich am Ende des Tages auch so nen langen Rauschebart wie die finsteren Herrschertypen auf den Ölgemälden. Und ähnliche Laune. Went there, took the picture, check. Die unterirdischen Katakomben unter dem Brühlgarten wären bestimmt richtig lohnenswert gewesen, aber wenn man die zu spät entdeckt is Pech. Denn Geld und Zeit und Energie kann man auch in den Einkaufsmeilen rund um die Prager Straße lassen. Haben wir auch. Ich zwar nur die letzteren beiden Dinge, aber es war zivil. Neben den üblichen Kettenläden gibts hier auch erstaunlich viele Nobelmarken-Stores.
Dass Dresden ordentlich zahlungskräftiges Publikum aus konsumfreudigen Touristen und Studenten hat, merkt man dann auch nördlich der Elbe in der Inneren und der Äußeren Altstadt. Lebensgefühl, Publikum und Preise sind original Schanze und Karolinenviertel. Für alle Nicht-Hamburger: es gibt billionen kultige Kneipen, Bars, Restaurants Klamottengeschäfte, Tattooläden, Fahrradläden, Tünneftempel und die dazugehörige alternative Klientel. Zum Wohlfühlen. Eine richtig geniale Mischung aus charmanter Ost-Verfallsästhetik und einer Lebendigkeit und Buntheit, die für den Gemütlichkeitsfaktor sorgt.
Dresden war von Anfang bis Ende
Und jetzt fahren wir gleich durch die Tore von Laaibzsch.
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Sonntag, 1. April 2012
Road Trippin, Part I
Berlin
Morgen geht es dann weiter nach Dresden und ich verspreche, ich werde was Besseres als Radeberger trinken.
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Freitag, 30. März 2012
Urlaub, Baby!
Zahnbürste, Wechsel-T-Shirt, Portemonnaie, Zündschlüssel, fertig gepackt. Ich warte dann am Wagen, Schatz.
"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss, oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind." (Kurt Tucholsky)
Ich gehe mal davon aus, dass ich mich auf dem bevorstehenden Städte-Roadtrip durch die östlichen Bundesländer demnach nicht anständig benehmen muss. Also, Waren, Berlin, Dresden, Leipzig, Weimar, Wittenberg, Merseburg, here we come!
"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss, oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind." (Kurt Tucholsky)
Ich gehe mal davon aus, dass ich mich auf dem bevorstehenden Städte-Roadtrip durch die östlichen Bundesländer demnach nicht anständig benehmen muss. Also, Waren, Berlin, Dresden, Leipzig, Weimar, Wittenberg, Merseburg, here we come!
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Mittwoch, 28. März 2012
Denkanstoß: Wer stoppt die Menschen?
Diese Frage huscht mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich das Weltgeschehen verfolge. (Und manchmal auch, wenn ich mich draußen umgucke.)
Wie lange wird das Ökosystem Planet Erde wohl brauchen, um der räuberischen Spezies Mensch einen natürlichen (überlegenen) Feind vor die Nase zu setzen?
Oder funktioniert die traditionelle Evolution viel zu langsam dafür. Hat die Natur stattdessen für einen solchen Fall schon vor langer Zeit auf andere Art und Weise vorgesorgt? Zum Beispiel genetisch, indem sie alle Lebewesen mit einer relativen Dummheit oder Lernhemmung ausgestattet hat, die bewirkt, dass jene wie der Mensch, der es durch Intelligenz und technologische Überlegenheit geschafft hat, aus dem natürlichen Gleichgewicht auszubrechen, sich über kurz oder lang selbst ausrotten (oder zumindest entscheidend dezimieren)?
Oder sind diese Fragen irrelevant, weil das Gesetz der Wahrscheinlichkeit ohnehin schon einen weiteren Meteor für uns eingeplant hat, der früher oder später für Ruhe im Puff sorgt?
Wie plausibel die theologische Variante der Geschichte ist, gehört erstmal nicht dazu, das macht ein ganz neues Fass auf, wobei man vom Ersten gerade mal genippt hat...
Wie lange wird das Ökosystem Planet Erde wohl brauchen, um der räuberischen Spezies Mensch einen natürlichen (überlegenen) Feind vor die Nase zu setzen?
Oder funktioniert die traditionelle Evolution viel zu langsam dafür. Hat die Natur stattdessen für einen solchen Fall schon vor langer Zeit auf andere Art und Weise vorgesorgt? Zum Beispiel genetisch, indem sie alle Lebewesen mit einer relativen Dummheit oder Lernhemmung ausgestattet hat, die bewirkt, dass jene wie der Mensch, der es durch Intelligenz und technologische Überlegenheit geschafft hat, aus dem natürlichen Gleichgewicht auszubrechen, sich über kurz oder lang selbst ausrotten (oder zumindest entscheidend dezimieren)?
Oder sind diese Fragen irrelevant, weil das Gesetz der Wahrscheinlichkeit ohnehin schon einen weiteren Meteor für uns eingeplant hat, der früher oder später für Ruhe im Puff sorgt?
Wie plausibel die theologische Variante der Geschichte ist, gehört erstmal nicht dazu, das macht ein ganz neues Fass auf, wobei man vom Ersten gerade mal genippt hat...
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Yang
Montag, 26. März 2012
Pirates of the Saarland.
Ein Salut der Saarländer Piratenfraktion! Und dem Rest Deutschlands ebenfalls nen guten Start in die Woche. Segel setzen mit Kurs Richtung nächstes Wochenende!
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